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Fundstücke und Gedanken zu comBOTS
Sunday, February 11, 2007, 15:52 - Blase2.0
Nach der Neuerfindung der Kommunikation durch comBOTS ist natürlich nichts mehr wie früher. Klar, was sind heute schon 64 MB Hauptspeicher oder 10% Auslastung einer 1,4‐GHz‐CPU? Locker zu verschmerzen, wo der Standard für Laptops zumindest in Richtung 2,x‐GHz-DualCore und 512 bis 1024 MB geht. Auf den Systemen geht der comBOTS‐Client vielleicht tatsächlich im Rauschen unter — wobei weiter spannend wäre, die Laufzeitverkürzung durch den comBOTS‐Client beim Einsatz ohne externe Stromversorgung zu ermitteln …

Anyway, nutzen wir die Taktzyklen und MB, die uns der maßlos hungrige maßvoll mit den Systemresourcen umgehende Chat‐Client‐Deluxe läßt für eine kleine, nicht repäsentative Blogschau zum Thema comBOTS:

_notizen aus der provinz nennt neben comBOTS, »(das m.E. eher in der Kategorie "too little, too late" läuft)«, z. B. den Dienst IMVU, der zumindest das Avatar‐Chatting auch zu beherrschen scheint. Spannend; falls ich irgendwann mal statt Textzeilen in der screen‐Session dringend Avatare, die in Sprechblasen kommunizieren benötige, werde ich mir auch IMVU angucken. Vorher erschiesse ich mich aber vielleicht auch …

Bei dsltarife.net hat man sich auch des Themas angenommen:
Kenner beschreiben diese Software als einen optisch und technisch aufgerüsteten Instant-Messaging-Dienst, der auch netzinterne Telefonate ermöglicht.

Interessant auch der Ausblick auf die finanzielle Lage:
Die jetzt veröffentlichten Quartalszahlen zeigen, dass die ComBOTS AG noch weiter in die roten Zahlen gerutscht ist. Der Verlust stieg im dritten Quartal von 9,3 Millionen auf 12,5 Millionen Euro. Die liquiden Mittel der Gesellschaft sanken im dritten Quartal um vier Prozent auf 432,5 Millionen Euro. Das Unternehmen rechnet im vierten Quartal mit geringeren Kosten als im dritten Quartal. "Weiterhin erwartet die Gesellschaft im kommenden Quartal reduzierte Investitionen, da die Infrastruktur im dritten Quartal fertig gestellt wurde", hieß es.

Das liest sich so, als könnte man durchaus einen verzögerten Run durchstehen — lt. ARD erwartet man Gewinne sowieso nicht vor 2008.

Wenn man z. B. Paddy liest, könnte man der Meinung sein, daß die Revolution nicht stattgefunden hätte:
Aber das wird alles gar nicht so lange dauern. Die Combots bleiben nur so lange auf meiner Platte, wie ich brauche, um die Screenshots für diesen Artikel zu machen.
[…]
Combots können sich scheinbar nicht selber freuen, sondern brauchen dafür ein Substitutions-Küken. Dass der Hersteller nicht in der Lage ist, 3D-Figuren individuell zu animieren, sondern auf Videos zurückgreift, erklärt die herunter zu ladende Datenmenge und die elend lange Ladezeit. Schade, dass nicht zumindest ein Satz Standard-Emotionen je Avatar drin waren.
[…]
Was bleibt ist ein meiner Meinung nach drittklassiger Chat-Client mit einer miesen Performance, […]

Nunja, ganz so weit würde ich nicht gehen — Profi‐Chatter werden das Ding eh' nicht anrühren, für das spaßige Sätzchen zwischendurch mit sich übergebendem Avatar (die Animationen sind schon schön; aber wenn man nach dem sechsten Mal schon genau weiß, wann er die Flasche rausgöbelt … dann ist der Witz nicht mehr so richtig der Schenkelklopfer) ist es ganz nett. Kostete dann aber rd. 64 MB Hauptspreicher und wenige Euro Nutzungsentgelt im Monat. Da verschicke ich doch lieber weiter Dateien als Mail‐Attachment und Jabber mir einen …

Eine nette Anektdote findet sich bei Batzlog:
PS: Lustige Anmerkung nebenbei: Als ich das erste mal von Combots hörte, war meine erste Assoziation das es sich dabei um irgendwelche Kampfroboter handeln müsse. Da lag ich gar nicht mal so falsch. www.combots.net

Namen. Schall und Rauch …

Letztlich, das stimme ich mit der Einschätzung der netzhure.de zu, hat comBOTS durch die Niedlichkeit und die als integraler Produktbestandteil aufgesetzte Nachkaufoption zumindest theoretisch das Zeug, vielleicht in deutlich kleinerem Umfang, den wohl abebbenden Klingentonwahnsinn ins Instant Messaging rüberzuretten:
Es wirkt lächerlich, wenn sich Erwachsene Leute sich wie kleine Kinder über blinkende lärmende Animationen freuen und passt garnicht zum seriösen sonstigen Businessgetue. Auch mit der Finanzierung, das ganze macht mir mehr den Eindruck eines Internet-Jambas für pubertierende Kinder als den einer ernsthaften Kommunikationssoftware.

Businesskommunikation braucht aus meiner Sicht grade keine Möglichkeit des Datenversands – z. B. des letzten Meeting‐Protokolls – mit kotzenden, küssenden oder kopulierenden (FTR: letzteres gibt es m. W. derzeit zumindest nicht — aber ohne Pixelsex fehlt eigentlich was) Kommentaranimationen. Abgesehen davon, daß Unternehmen gerne ihre internen Daten auch im eigenen Netz behalten wollen und eher kein Interesse daran haben, daß Mitarbeiter X via comBOTS beliebige Dateien durch den comBOTS‐Tunnel zu seinem privaten Account oder einem Mittäter senden kann. Nein, im Unternehmen hat comBOTS nichts verloren.
Bleibt der Heimanwender. Einer, der ein paar Euro im Monat dafür zahlen will, nur mit anderen, die ebenfalls so spendabel sind, zu chatten, Files auszutauschen (bis 200 MB am Stück wohlgemerkt – aber moderne Kompressionstechnik bewirkt da auch bei Videomaterial ja schon fast Wunder) und ggf. auch mal eien VoIP-Verbindung aufzubauen. Alles Dinge, die noch nie dagewesen bislang unheimlich komplex auch schon relativ unumständlich und kostenfrei möglich sind. Hmmm …

Ein das Thema comBOTS hier nicht abschließender Hinweis auf die Anmahnungs‐Affäre (siehe auch bei Der Dwarslöper oder Oliver Gassner: Digitale Tage) sei noch gestattet:
Kurzfassung: Chef regt sich über einen kritischen Blogeintrag auf, lässt Juristen dem Blogger einen bösen Brief schicken. Der Blogger nimmt den Text vom Blog, dutzende andere republizieren ihn und schreiben über den Fall. Klassiker.

Jene Kommunikation war meines Erachtens eher old school, fernab von revolutionär. Aber sie ging ja auch über comBOTS …



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