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PennerVZ: Macht's gut und Danke für die Links
Monday, December 11, 2006, 22:55 - Blase2.0, Studivz
Durch das Wochenende wäre es fast untergegangen: Das PennerVZ sagt Bye-Bye — oder, mit den Worten von Rudi:
Den millionsten Besucher konnten wir letzte Woche hier begrüssen, bei knapp 5,5 Mio. Seitenaufrufen. PennerVZ verabschiedet sich an dieser Stelle.
Wir möchten uns herzlich bei euch allen für eure Unterstützung bedanken. Viele Reaktionen sind bei uns eingegangen, positive und kritische, über die wir uns gefreut haben. […]
PS: Es gab nie einen Betatest und es wird auch keine Konkurrenz zu anderen Verzeichnissen mit ähnlich klingendem Namen geben. Die Domain wird wie angekündigt am Tag der Armut 2.0 (24. Dezember 2006) auf die Webseite einer gemeinnützigen Organisation weitergeleitet werden. Vorschläge dafür sind herzlich willkommen!

Eigentlich schade. Aber verständlich, wenn man die Ausführungen des »Rudi R.« in seinem Blog verfolgt:
Am nächsten Tag hatte der Blogger Andreas Dittes, die Story aufgegriffen und einen Bericht über PennerVZ auf seinem Blog veröffentlicht. Durchaus mit Kritik gespiekt. Der erste Lebenstag des PennerVZ war vorüber und hatte 172 Besucher mit sich gebracht.

Von Klaus-Martin Meyer kam eine Interviewanfrage. Die ersten Blogger, darunter Kolja Hebenstreit, griffen das Thema auf und berichteten über PennerVZ. Teils positiv, teils negativ waren die Reaktionen und ich fand mich als “Krisenmanager” meiner eigenen Seite wieder. Ich war davon ausgegangen, für jeden wäre dieser “schwarze Humor” auf den ersten Blick ersichtlich. Sehr naiv, mein Fehler. Ab sofort war ich mehrere Stunden täglich damit beschäftigt, Zweifler und berechtigte Kritiker von der Idee hinter PennerVZ zu überzeugen. Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht abzusehen, mit welchen Problemen StudiVZ, das PennerVZ parodierte, zu kämpfen haben würde.

In der Tat. Mit einer solchen – für die Zuschauer -- interessanten bzw. – für die Nutzer -- ärgerlichen Pannenstatistik, wie sie pannenVZ Studivz hinlegte, und dabei sich durchaus selber wiederholt ausschaltete, konnte niemand rechnen.
Dann fand das PennerVZ Erwähnung im zu diesem Zeitpunkt schon gehörig gebeutelten und obendrein gut frequentierten StudiVZ Blog und bescherte der Seite mehr als 50.000 Besucher. In den Kommentaren bei Wallstreet online, Heise.de, Onlinekosten.de, Golem.de und anderen IT-Portalen, die Beiträge zu Social Networks brachten, erschienen Hinweise auf das PennerVZ.

Viral Advertising im Web2.0 — und auf eine ganz bestimmte Art komisch obendrein: durch die gnadenlose Naivität der Entwicklder der Studivz-Software fliegt ihnen das Ding laufen um die Ohren (Phase I: mangelde Performance bzw. fehlende Skalierungsoptionen), offensichtliche Privacy‐Lücken führen zu neuen Features (Phase II: It's not a bug, it'a a feature we've forgotten to announce), fehlende Parameterprüfung gefährdet die Systemstabilität (Phase III: XSS-Würmer zerfressen den Rest Reputation) und führt zur langer Downtime für eine rudimentäre Renovierung. Nach dem Neustart sind wir nun in Phase IV: Rückkehr der Jugendsünden … Aber ich schweife ab.

Jedenfalls scheinen die Tage des Blogs zu »pennerVZ — Das einzig wahre Soziale Netzwerk« gezählt und es wird auch kein solches Verzeichnis geben. Wie schon vor rd. anderthalb Monaten geschrieben: »[Mit pennerVZ wurde] nun eine Web2.0-Community für den Wachstumsbereich in der bundesdeutschen Bevölkerung geschaffen: dem Prekariat.« So unsinnig das Unterfangen sein mag — die traurigen Hintergründe bleiben, allen Aufschwungsmeldungen zum Trotz, bestehen.

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