Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien:

Kamikazekommunikatoren und Domaingrabber — Harte Bandagen bei den Studentenverzeichnissen
Mittwoch, November 1, 2006, 20:36 - Blase2.0, Studivz
Irgendwie ist es ja fast witzig. Wie dittes.info berichtet, wurde die Domain unister.at nicht, wie man erwarten würde, auf den Studivz-Konkurrenten unister.de, sondern auf »Dennis Bemmann« von der »Studivz Ltd.« eingetragen:
So habe ich heute eine E-Mail bekommen mit folgendem Inhalt:
“Momentan fragt man uns noch nach der Konkurrenz. In ein paar Monaten wird das nicht mehr der Fall sein, dann wird es nämlich keine mehr geben.” (Zitat des StudiVZ-Gründers Dariani publiziert in sueddeutsche.de, 23.10.2006) - StudiVZ gibt sich gegenüber der Öffentlichkeit gern siegessicher.

So lässig, wie sich die Crew von StudiVZ gibt, ist sie anscheinend nicht. Unter anderem fürchtet man offensichtlich das mittlerweile inhaltlich und funktional gut aufgestellte Studentennetzwerk Unister.de, sonst hätte StudiVZ nicht die österreichische Domain unister.at gekauft, um uns in unserer Erreichbarkeit für österreichische Studenten zu beschränken. Indes melden sich Studenten österreichischer Hochschulen bei unister.de an.

Der aktuelle Status der Domain unister.at kann online abgerufen werden.

Ich finde, das ist schon ziemlich starker Tobak. Sei es, wie es den Anschein hat, daß Studivz der unliebsamen Konkurrenz — funktioniert dort eigentlich die Technik und die Vertragsabwicklung? — die österreichische Domain abspenstig machte, sei es, daß ein Dritter durch Falschangaben bei der Anmeldung genau diesen Anschein erwecken wollte: was müssen da für Investorensummen im Raum stehen, daß jemand beim doch mittlerweile eher gefestigten Richterrecht bzgl. Domains solchen Unfug anzettelt?

Randnotiz: studivz.eu hält eine Frau aus Berlin (»Hier entsteht eine neue Internetpräsenz«), unister.eu endet bei text-koenig.de. Für Studentenportale mit europäischen Ambitionen in meinen Augen ein recht schwaches Ergebnis.


[UPDATE 23:05] Wie www.basicthinking.de berichtet, ist auch ein weiterer Konkurrent, StudyLounge, mit der Domain StudyLounge.co.uk Opfer der Domainsammelwut der Studivz-Gründer geworden. Während bei unister.at Dennis Bemmann als Domaininhaber fungiert, tut dies für studylounge.co.uk »Non-UK Individual« Michael Brehm (Anmeldung bei openBC erforderlich; pikante Alternative). Nennt man das Arbeitsteilung?
Bemerkenswert sind die Daten, die studylounge.co.uk-Entführung datiert auf den 02.05.2006 (»Renewal date: 02-May-2008«!), unister.at hingegen sogar erst auf den 31.08.2006 — angesichts dieser Daten fällt es mir unwahrscheinlich schwer, darin etwas anderes zu sehen als den, ggf. kostspieligen und letzten Endes fehlschlagenden, aber für die Gegenseite derweil zeitraubenden, Versuch, der Konkurrenz Knüppel zwischen die Beine zu werfen.

Vielleicht hätte sich der Verantalter des »Online Stars« sich vorab gründlicher über die Kandidaten informieren sollen — Aberkennung ob solcher Geschäftspraktiken wäre aber mal ein offensiver, wenngleich später, Schritt. YMMV …



Zurück Weiter