Zensor — die Dunkle Seite des Ehssan Dariani?
Wednesday, November 1, 2006, 03:30 - Blase2.0, Studivz
Hmm, Meinungsvielfalt ist kein Kernanliegen bei Studivz, oder wie anders sind Ehssans Ergüsse zu begreifen?
3) Kommentare von ungeeignetem (z.B. beileidigen Dritter) Inhalt oder absurde Spekulationen nach dem Muster des Herrn Peter Turi haben keinen Mehrwert für die Leser dieses Blogs, verärgern bloss die Leute und mich und führen zu schlechter Laune oder weiteren unsachlichen oder falschen Spekulationen. Diese und andere Themen können auf anderen Seiten/Blogs/Foren ausgetauscht werden.
Latent spannend dabei ist, daß Ehssan noch am 24.10., als er den Hoster vorführen wollte, keine Angst vor »unsachlichen oder falschen Spekulationen« verspürte.
Eher das Gegenteil scheint der Fall zu sein, gezielte Unschärfen erscheinen mehr als ein Stilmittel denn als ein Versehen.
»Bitte nehmt nicht alles, was ihr in der Presse lest für wissenschaftlich fundiert!« heißt es in einem vorangegangenen Ehssan-Blog-Eintrag.
Mit mindestens genausoviel des sprichwörtlichen Salzes sind dann auch die Beiträge im bewußten Blog zu werten — selektiv und subjektiv wird die einzige Wahrheit rübergebracht, die nicht »zu schlechter Laune oder weiteren unsachlichen oder falschen Spekulationen« über das einem Finanzierungskonzept harrende Projekt Studiverzeichnis führen.
Wo früher kritische Stimmen hätten final draußen bleiben müssen, greift heute die weltweit vernetzte Blog-Community und sorgt für einen Ausgleichsansatz:
Kommentar auf http://www.henningschuerig.de/blog/:
[…] Die Selbstbeweihräuchrung der man sich von Seiten des StudiVZ für einen größtenteils 1:1 Klon einer US Seite hingibt und die unerträgliche bis ätzende Öffentlichkeitsarbeit die Herr Dariani auf dem StudiVZ Blog betreibt ist einfach nur fraglich. Die technische Realisation ist offenbar ein Desaster - die Seite ja offensichtlich kaum zu erreichen. Und auf der Wikipedia geht die PR Schlammschlacht wohl weiter.
Schade, schade.
http://customerofhell.twoday.net/:
[…] Dazu ist zu sagen, dass es für mich sehr unprofessionell wirkt, wenn ein Unternehmen, dass Studi VZ ohne Zweifel ist, in einem Weblog öffentlich über Geschäftsbeziehungen berichtet und Geschäftspartner massiven Beschuldigungen aussetzt. Egal ob die Anschuldigungen stimmen oder nicht, Ehssan Dariani blogt nicht als Privatperson, sondern im Namen von StudiVZ. An Stelle des Hosters hätte ich ernsthaft überlegt meine Anwälte loszuschicken. […]
http://www.basicthinking.de/blog/:
Willkommen in der Unternehmenswelt 1.0, StudiVZ-Blog verkündet das Kontrollieren der Heilsbotschaft: […] Nicht nur, dass Ihr offenkundig eine Copycat seid, ohne den Anstand zu haben, auf Eurer Seite den Usern mitzuteilen, wo Eure tolle Idee herkommt, nicht nur, dass Ihr in Interviews arrogant seid, nicht nur, dass ihr haarscharf an einer braunen Katastrophe vorbeigeschliddert seid, nicht nur, dass ihr nicht davor zurückschreckt, andere Blogger gegen Eure Konkurrenten vorzuschicken, nicht nur, dass ihr den Usern irgendeinen Schmarrn von “Ziel dieses Projektes ist es […]” erzählt (glaube kaum, dass Euch die Anliegen der Studenten am Herzen liegen, seien wir mal ehrlich, Euer Lebensinhalt ist eine Zahl mit vielen Nullen), nun das. very, very bad style
http://www.sichelputzer.de/:
Wow! Web 2.0, Kommunikation, Community, Meinungsäußerung… Darf man soetwas schreiben, wenn man in der respektvollen Hochschullandschaft innerhalb der Kernzielgruppe “Studenten” mit einem (kopierten) Businessmodell auch Fuß fassen möchte? […]
http://fimpern.de/:
Talk to the hand - keiner hatte das besser raus als Schwarzenegger in Terminator III. Keiner? Vielleicht doch einer. Jedenfalls muss ich mich offensichtlich an die neuen Kommunikationsformen unter Gründern gewöhnen. Scheinbar kommuniziert man lieber nach aussen - eingehende Kommunikation ist da eher sekundär und kann auch mal unter den Tisch fallen: […] Das ist dann aber schon nicht mehr Kommunikation, sondern eher ein Kommuniqué. Auch wenn Zensur dafür ein grosses Wort ist.
http://fx3.org/blog/:
[…] Selbst bei uns im Medienlabor, fraglos ein Kulminationspunkt wissenschaftlichen Strebens nach Erkenntnis und Weisheit, dürfte der Facebook-Clone StudiVZ inzwischen nach GMX und der Wikipedia zu den meistbesuchten Webseiten gehören.
Ist ja grundsätzlich auch kein Problem, solange man kurz darüber nachdenkt, welche persönlichen Daten man mit dem Internet teilen möchte (Nichts gegen ein Bekenntnis zu radikalideologischen Theorien, Bilder vom letzten Eimersaufen oder engagierte Diskussionen über effizienten Drogengebrauch. Personaler wissen gerne, woran sie sind). […]
Schaut man sich Kommentar-IDs der letzten Beiträge mal etwas genauer an, sieht man, dass es zur Zeit weniger als 50% der abgegeben Kommentare bis ins Blog schaffen. Mag sein, dass ein Großteil davon Spam ist, aber ich bin nicht der einzige, der sich über eine „Zensur“ wundert.
http://www.unfehlbar.net/index.php:
[…] Nachtrag:
Die Betreiber des StudiVZ reagieren offenbar empfindlich auf Darstellungen, die nicht ins gewünschte Selbstbild passen. Im StudiVZ-Infoblog heißt es heute jedenfalls, dass Leser-Kommentare sowie Trackbacks von anderen Blogs zur Vermeidung “absurder Spekulationen” zensiert werden.
Hingewiesen sei an dieser Stelle auch auf die folgenden beiden lesenswerten Artikel:
* Buch Blog: Verletzlichkeit der Geschäftsmodelle im Web 2.0
* Basic Thinking Blog: Das Wachstumsgeheimnis von StudiVZ
Sicherlich kein repräsentativer Querschnitt — ein schneller Klick zu http://www.technorati.com/ ist sicher angebracht.
Zwischenzeitlich hat sich auch Ehssan Dariani geäußert:
[…]- blogger gegen konkurrenten vorschicken?? das ist eine behauptung im unschönen stil der boulevard presse und nicht fair, da es keine möglichkeit gibt sich gegen tendenziöses sachlich zu wehren. […]
Komisch, daß die Unfairness erst auffällt, wenn es die eigene Person betrifft. Fraglich bleibt, ob diese Erkenntnis sich in der weiteren Einwegkommunikation seitens »Projektpusher« Dariani niederschlägt - oder er sich weiter als kamikazekommunizierender Gründer zeigen wird.
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