Weitere Informationen

Marketing. Bei der GEZ?
Wednesday, February 3, 2010, 08:04 - Fundstücke, Abzocke
Kommt nur mir das spanisch vor? Zitat aus einem Artikel bei heise online:
[…] versichert Adalbert von Cramm, Leiter der Abteilung Gebühreneinzug, Teilnehmerbetreuung und Marketing der GEZ.

Marketing? Bei einer Gebühreneinzugszentrale, einem Konstrukt, welches sich zentral gibt, seine Häscher Klinkenputzer aber aus »Beauftragten« der lokalen, öffentlich-rechtlichen, Rundfunkanstalten rekrutiert?
24. Weshalb besucht mich ein Rundfunkgebührenbeauftragter?

Wir möchten Ihnen das Gebührenzahlen so einfach wie möglich machen.

Deswegen sind Rundfunkgebührenbeauftragte im Auftrag der Landesrundfunkanstalten in Deutschland unterwegs und kommen auch direkt auf Sie zu.

Die Beauftragten klären Sie über Ihre Gebührenpflicht auf, nehmen Ihre An- und Änderungsmeldungen entgegen, treffen Feststellungen (im Sinne des § 3 Abs. 2 Rundfunkgebührenstaatsvertrag) - z.B. zu Name, Anschrift, Geburtsdatum und berechnen für bisher nicht angemeldete Geräte die Rundfunkgebühren nach.

Sie erkennen die Rundfunkgebührenbeauftragten immer daran, dass sie einen Dienstausweis der jeweiligen Landesrundfunkanstalt bei sich tragen. Als Rundfunkteilnehmer sind Sie gesetzlich dazu verpflichtet, dem Beauftragten Auskunft zu erteilen. Rundfunkgebührenbeauftragte nehmen niemals Bargeld oder Schecks entgegen. Die Gebührenzahlung erfolgt per Lastschrift, Überweisung oder Bareinzahlung an die GEZ.

Schick; nicht nur, daß generell mal unterstellt wird, man sei »Rundfunkteilnehmer« und mit »dem Gesetz« als Legitimation gewedelt wird: rückwärtsgewand berechnen, das geht – aber tagesaktuell abmelden, das geht natürlich nicht:
3. Kann ich auch rückwirkend abmelden?

Nein. Eine Abmeldung wird zum Ende des Monats wirksam, in dem diese bei der GEZ oder der Landesrundfunkanstalt eingeht. Im Zweifel muss nachgewiesen werden, dass die Abmeldung der GEZ oder der Landesrundfunkanstalt zugegangen ist.

(Das fette »Nein« ist schon im Orginal so.) Ein Schelm, wer in der nicht einfachen Abmeldung Methode wittert …

Sicherlich: vieles, was an Spott, Haß und Häme in Richtung GEZ geht, ist dort deplatziert; die Regeln macht nicht die GEZ, sondern noch immer die – vom Volk gewählten – Politiker; jene brachten uns auch so perfide Ideen wie den Zwang zur Abgabe gewerblicher, steuerlicher Anzeigen per Internet und die Zwangsradiogebühr für internetfähige PCs … Dennoch: daß bei der GEZ jemand für »Marketing« bezahlt wird, erscheint mir hochgradig widersinnig. Die GEZ muß niemand lieben, sie hat auch – per Definition – keine neuen Einnahmefelder zu erschließen; und auch Imagekampagnen sind nichts weiter als rausgeworfene, zweckentfremdete Rundfunkgebühren aus meiner Sicht. Damit wird man abGEZockt; mag es auch alles rechtlich in Ordnung sein (IANAL): in meinen Augen ist das, wie auch der Relauch der Website mit lustigen Web-2.0-Elementen, Verschwendung von Rundfunkgebühren. Eine Gebühreneinzugszentrale hat Gebühren so effizient wie möglich einzuziehen – und dann ohne Abzug weiterzuleiten, das ergibt sich schon aus dem Namen der Institution; alles andere ist eine faktische Verschwendung von Rundfunkgebühren. So wie auch die »GEZ-Mitarbeiterblogs« meines Erachtens absolut eine Gebührenverschwendung darstellen; wenn sich ein privatwirtschaftliches Unternehmen Mitarbeiterblogs leistet, dann schmälert die aufgewendete Arbeitszeit entweder die Gewinne des Unternehmens oder die Kunden zahlen diese Aufwände intransparent eben mit. Aber GEZ-Produkte kann man nicht wahlfrei erwerben; das GEZ-Produkt ist die Gebühr, zu deren Entrichtung man gesetzlich verdonnert wird. Da lt. GEZ-Webpräsenz die »Kosten des Gebühreneinzugs […] die Landesrundfunkanstalten, das ZDF, das Deutschlandradio und die Landesmedienanstalten entsprechend ihren Anteilen« tragen, ist jeder nicht direkt für den Gebühreneinzug verrechenbarer Cent ein verschwendeter … Aber, wie immer: wo kein Kläger, da kein Richter; ein Prozeßkostenrisiko tragen ja weder GEZ noch Rundfunkanstalten, denn ihre Finanzierung ist ja gesichert — wieder ein Schelm, …

Pay for Ads
Thursday, October 29, 2009, 11:11 - Fundstücke, Verschiedenes, Servicewüste, Abzocke
Nachdem die RTL-Gruppe schon seit Jahr und Tag versucht, den Einstieg in den Ausstieg der Free-TV-Kultur in der deutschen Fernsehlandschaft einzuleiten und dies zumindest für HDTV durchziehen will, kommt nun auch Pro7Sat1 mit Plänen zur Umwandlung von Free- in Pay-TV um die Ecke:
Der hochverschuldete Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 vollzieht eine Kehrtwende. Deutschlands größte private Sendergruppe will sich künftig nicht mehr hauptsächlich auf Einnahmen aus dem Verkauf von Werbezeiten verlassen und plant langfristig Nutzungsgebühren für die Zuschauer von Pro Sieben, Sat 1 und Kabel 1. […]

Der Konzern plant, für bisher frei empfangbare Sender wie Pro Sieben, Sat 1 oder Kabel 1 von den Zuschauern eine Nutzungsgebühr zu verlangen. "Für die Zukunftsfähigkeit des Konzerns ist es enorm wichtig, dass wir Beziehungen zu den Endkunden aufbauen, etwa über Pay-TV, Video-on-Demand oder andere Geschäftsmodelle", unterstrich Ebeling. […]

»Beziehungen zu Endkunden«, ahja. Da Pro7Sat1 finanziell nicht grade gut dasteht …
ProSiebenSat1 ächzt im Gegensatz zum Konkurrenten RTL Group unter einem gewaltigen Schuldenberg. Dem Konzern bleibt gar nichts anderes übrig, als die Kosten massiv zu senken und neue Einnahmequellen zu erschließen. […]

… dürfte dieses »FreeTV-Abo« nichts weiter bedeuten als eine Grundverschlüsselung der P7S1-Sender über Satellit. Also weiterhin ausgedehnte Werbeunterbrechungen, Einblendungen ins laufende Programm und die Intelligenz von Glühwürmchen beleidigende Gewinnspiele. Konsequenterweise darf man erwarten, daß P7S1 dafür, wie auch beim HDTV-Angebot, auf die unsägliche HD+-Plattform setzt, die ausgedehnte Gängelung des Benutzers ermöglicht, also sendergesteuerte Aufzeichnungsverbote, Verhinderung des Überspringens von Werbepausen, …

Wenn das die Vorstellung von P7S1 von »Beziehungen zu Endkunden« ist, dann möchte ich zumindest in der Beziehung doch lieber beziehungslos bleiben. Wo bleibt der Benefit für den »Endkunden«, was ist die Mehrleistung für die geplante »Nutzungsgebühr«? Niemand zwingt P7S1, ihre Programme überhaupt zu senden; ob ohne inhaltliche Änderung das Gros der Noch-Zuschauer bereit sein werden, für das Angebot der P7S1-Gruppe zu zahlen, würde ich bezweifeln.
Funktionieren kann eine solche Strategie, wenn die Konkurrenz – hier: die RTL-Gruppe – mitzieht, und RTL war ja schon vor Jahren auf diesem Trip. Mit dem Wegfall der Sender von P7S1 – Pro7, Sat.1, Kabel1, … – und RTL – RTL, RTL II, VOX, … – würde es dann schon relativ einsam im FreeTV, dadurch könnte es durchaus »Bedarf« beim Zuschauer geben für ein kostenpflichtiges Angebot, selbst, wenn es von Werbung durchsetzt wäre wie heute …

Das Ende der echten Flatrate startet im T-Festnetz
Tuesday, September 8, 2009, 09:50 - Fundstücke, Blase2.0, xDSL, Abzocke
Es war nur eine Frage der Zeit, bis auch in Deutschland nach dem Mobilfunk nun auch die Festnetzbetreiber das Wort »Flatrate« neu definieren. Den Anfang, meines Wissens, macht mal wieder die Deutsche Telekom, wie Golem.de berichtet:
Die Telekom bietet ab sofort VDSL auch ohne Zwangskopplung mit dem IPTV-Angebot Entertain an. Allerdings führt die Telekom mit den Doubleplay-Tarifen auf Basis von VDSL ein Traffic-Limit ein, das es in der Variante mit Entertain nicht gibt. […]

"Ab einem übertragenen Datenvolumen von 100 GByte in einem Monat wird die Übertragungsgeschwindigkeit des Internetzugangs für den Rest des Monats auf maximal 6.016 KBit/s für den Downstream und 576 KBit/s für den Upstream begrenzt", heißt es in den AGB zum VDSL-25-Tarif.

Gut, 100 GB ist noch immer das 20fache der üblichen Grenzen bei 3G-»Flatrates«, 6016 kBit/sec ist dann auch noch immer deutlich schneller als 56 kBit/sec beim Rückfall von 3G auf 2G; aber was heißt hier eigentlich »auf maximal« und wird durch diesen Kunstgriff nicht das Verbindungsdatenspeicherungsverbot (von der Vorratsdatenspeicherung mal abgesehen) geschickt ausgehebelt, da für diese »Flatrate« ja nun die Volumina abrechnungsrelevant sind (und die trafficerzeugende IP zum Rechnungsnachweis entsprechend auch aufgehoben werden muß)?

Wie gut, daß es für mich keine Alternative zum bestehenden T-Entertain-VDSL25-Vertrag gibt, da ja bekanntlich lt. aktuellem T-Datensatz an meiner Adresse kein VDSL verfügbar ist … Blöd nur, daß ich dadurch nach wie vor die Fremdfestnetznutzungspauschale pro Sprachminute zahlen muß, die auch die Telekom in neuen Tarifen wieder abgeschafft hätte :(

Spaßkasse Bremen: Trojanisches Pferd?
Wednesday, August 5, 2009, 23:53 - Servicewüste, Abzocke
Aufgrund des Kommentars stoplerte ich via beerensalat über die noch-immer-Werbung für das mittlerweile insolvente Unternehmen United Mobile.

Richtig kraß ist dabei aus meiner Sicht, daß es da einen Link »Jetzt Guthaben kaufen« gibt, der direkt auf eine PIN/TAN-Abfrageseite geht. Fragt sich nur – für mich als Spaßkassennichtkunde – was dahinter kommt, wohin das Geld wohl überwiesen würde …

Eher ein Fall für abmahnwillige Mitbewerber sind wohl die schon seit langem schlicht falschen Angaben zu United Mobile wie z. B. »Ankommende Gespräche gratis (keine Roaming Kosten in über 80 Ländern)« … Alles in allem ein Armutszeugnis für den redaktionellen Teil – einen Hinweis, daß es sich um gekaufte Werbung handele, finde ich nicht –; man kann für Kunden der Sparkasse Bremen nur hoffen, daß jenes Geldinstitut an anderer Stelle gewissenhafter arbeitet …

Und danke nochmals für den Hinweis.

T-Entertain, oder: Warum all over one carrier eine scheiß Idee ist
Monday, August 3, 2009, 02:04 - Servicewüste, xDSL, Abzocke
Jul 30 02:12:18 gw adsl-connect: ADSL connection lost; attempting re-connection.
Jul 31 02:12:30 gw adsl-connect: ADSL connection lost; attempting re-connection.
Aug 1 02:12:43 gw adsl-connect: ADSL connection lost; attempting re-connection.
Aug 2 02:12:55 gw adsl-connect: ADSL connection lost; attempting re-connection.
Aug 3 00:19:38 gw adsl-connect: ADSL connection lost; attempting re-connection.
Aug 3 00:20:19 gw adsl-connect: ADSL connection lost; attempting re-connection.
Aug 3 00:21:00 gw adsl-connect: ADSL connection lost; attempting re-connection.
Aug 3 00:21:42 gw adsl-connect: ADSL connection lost; attempting re-connection.
Aug 3 00:22:23 gw adsl-connect: ADSL connection lost; attempting re-connection.
Aug 3 00:23:04 gw adsl-connect: ADSL connection lost; attempting re-connection.
[…]
Das alleine wäre, naja, zu verkraften (Fallback über o2-HSDPA hat ja gegriffen), aber daß dann eine Stunde später VDSL die Grätsche machte, ist in-dis-ku-ta-bel. Echte Gemmen spuckt die Online-Störungsmeldung aus:
Analysedialog

Sie haben nun die Möglichkeit, mit Hilfe eines Analysedialoges die Störungsursache zu ermitteln. Bitte treffen Sie dazu in den einzelnen Schritten jeweils die Auswahl, die Ihrer Problemstellung am nächsten kommt.

Ihre Auswahl Auswahl ist änderbar durch Klick auf den Link.

Betroffenes Produkt 05241 / xxxxxx

Problembereich Internetverbindung mit DSL

Diagnoseergebnis

Wir haben festgestellt, dass Sie einen T-Home Anschluss nutzen.

Für alle Anfragen zu T-Home ist für Sie die T-Home Hotline täglich 24 Stunden erreichbar.
- telefonisch: 0180 5 37 37 50 1
- per E-Mail: support@t-home.de

Die Hotline hilft Ihnen bei allen Fragen zu Ihrem T-Home Anschluss, z.B. zur Bedienung oder Programmierung von VDSL-Modem, Netzanschlussgerät oder Settop-Box für das TV-System.



1 0,14 Euro pro Minute aus dem deutschen Festnetz, abweichende Mobilfunkpreise möglich
[…]

Nee, Jungs, iss klar. Ihr macht's kaputt, ich zahle? Fuck you, so haben wir nicht gewettet; zumal ich ja diesen lustigen 24-h-Entstörservice im Paket habe. Also, weiter gegoogled und die Hotlineauflistung gefunden, Störungsannahme angerufen. As usual beim ersten Mal rausgeflogen (Signalisierungsproblem T-Com<->Fritzbox-DECT-Seite am T-ISDN?), zweiter Anlauf dann wie folgt:

Ich: Guten Morgen, <Name>, meine Kundennummer ist <Nummer> … Seit ein Uhr zwei ist mein VDSL tot.

Hotline: Ah, da muß ich Sie bitten, die Entertain-Hotline anzurufen, VDSL kann ich nicht durchmessen. Ich kann mal schauen, ob da Wartungsarbeiten sind, das hatten wir heute schon öfter … [Pause] Ja, ich muß Sie bitten, die Entertain-Hotline anzurufen …

I:

H: … aber ich kann versuchen, Sie zu verbinden. Moment bitte …

I: Ja, danke!

H: [Stille, dann:] Tut-tut-tut-tut-tut-tut-tut …

I: Ah, daß heißt wohl, durchstellen geht nicht. Supa. *klack*

Gut, ich habe keine Lust, jetzt zu warten, also, 01805 für Entertain angerufen, der leiseren virtuellemn Tuse gesagt, es handele sich um eine Störung, mit fragwürdigem Erfolg:

IVR: Fragen zur Rechnung können Sie auch kostenlos unter … stellen.

Ich: Störung!!!

IVR: Ich verbinde Sie mit der Rechnungabteilung. [klack] [Gedudel]

I: ‽‽‽

Hotlinerin: Guten Morgen, mein Name ist …, was kann ich für Sie tun?

I: Äh, ja, also, eigentlich habe ich eine VDSL-Störung, ich schätze, da bin ich falsch bei Ihnen gelandet ;)

H: Ja, Herr <Name>, ich kann Ihnen sagen, warum Sie hier gelandet sind, die Kollegen und ich versuchen schon seit Stunden, zur Technik durchzustellen, aber da ist immer besetzt.

I: Äh. ja. Also, Quintessenz, die Technik ist nicht erreichbar und mein VDSL bleibt erstmal down?

H: Hmm, ja…

I: Ahja, und dafür zahle ich 14 Cent je Minute? Ok, danke! *klack*

Nunja; wie schon wiederholt gesagt: T-Entertain ist für mich so relevant wie der sprichwörtliche chinesische Sack Reis. Die Qualität ist – verglichen mit DVB-S – grottenschlecht (eher DVB-T-Niveau), die technische Lösung mit Microsoft-Codecs mau, die Verschlüsselung aller nicht öffentlich-rechtlichen Programme mehr als flüssig (solange diese über Sat FTA, free-to-air, kommen), der teuer erkaufte Receiver funktioniert bis heute nicht wie beworben (kein USB, kein DVB-T – trotz zweier(!) DVB-T-Empfänger –; eine typische Mogelpackung der Telekom eben) und für die Sicherung der Daten auf der einzigen Festplatte stellt die Telekom nach wie vor keine Mechanismen bereit.

Aber mein VDSL hätte ich gern wieder in laufend, zumal nach der frechen, versuchten Umstellungsattacke auf DSL16plus …

T-Entertain ist für mich der Inbegriff für die Unzweckmäßigkeit (für den Endkunden), alles aus einer Hand zu nehnen; denn wenn diese Hand sich selbst verstümmelt, hat der Kunde geaug gar nichts mehr. Kein Internet, keine Telefonie (die, VoIP, über DSL/"Internet" geht), kein Fernsehen. Und das für nur 80 EUR/Monat — Schnäppchen!


Zurück Weiter