Plugwise vs. ELV FS-20 — ein erster Vergleich
Sunday, January 17, 2010, 00:15 - Geeks & Co., Painseeker, Linux, Hausautomation, Technologien
Ich habe
ja schon drauf hingewiesen, daß ich mir, in Erweiterung meines Heimautomatisationszoos, auch ein Starter-Set von Plugwise habe kommen lassen. Ich bin nun dazu gekommen, es in Betrieb zu nehmen.Der rein optische Systemvergleich fällt, wenig überraschend, klar zu Gunsten von Plugwise aus — deren Zwischenstecker (im Bild links) sind nicht nur weniger platzraubend, sie sehen eleganter aus und verfügen insbesondere über die Fähigkeiten zweier ELV-Dinosaurier in einem – kleineren – Gerät: Energie messen und Verbraucher schalten. Für diese Funktion benötigt man bei ELV mir unverständlicherweise zwei Zwischenstecker vom Typ Eisberg … Hinzu kommt – einer der Hauptgründe für mich, nach Alternativen zu suchen –, daß das ELV-System satte 4, in Worten: Vier, Energiemeßzwischenstecker vorsieht — wohlgemerkt in Funkreichweite, d. h. kauft sich ein Nachbar auch dieses System, messen beide jeweils intermittierend den Stromverbrauch des anderen :(
Aber auch die inneren Werte unterscheiden sich deutlich; setzt ELV auf die ISM-Frequenz 868,35 MHz mit ihren uni-direktionalen System (d. h. Schaltvorgänge werden vom Empfänger nicht quittiert; ein typisches FS-20-Gerät ist entweder ein Sender oder ein Empfänger), setzt Plugwise auf neuste Technologie:
Plugwise uses wireless Zigbee 2.4 GHz dynamic MESH technology.Darüber hinaus speichern die kleinen Zwischenstecker von Plugwise auch noch den Verbrauch, sodaß auch ohne kurze Pollintervalle ein Verbrauch sinnvoll aufzeichen- und auswertbar bleibt. Allerdings: augenscheinlich machen sie wirklich nur auf Kurzstrecke, denn die Empfehlung von Plugwise lautet: nicht mehr als 5-10m Abstand zwischen den Plugs lassen; bei Empfangsproblemen einfach mehr Plugs verbauen — und in der Tat, während ich im 1. Stock noch relativ zuverlässig Sensordaten von FS20-Komponenten empfange, ist nach 5m und »um die Ecke« die Verbindung zwischen Plugwise-USB-Stick im PC und dem Plugwise-Zigbee-Netz futsch :(
- reliable and with high quality.
- 128-bit AES encrypted security.
- full MESH network support.
- open international standard (with private protocol).
- easily extended with additional plugs or more networks.
- each device has its own unique MAC-address.
Preislich ist es auch ein Unterschied; während ein »Circle« genannter Zwischenstecker mit € 36,51 zu Buche schlägt, kosten eine FS20 ST-3 Funk-Schaltsteckdose 22,95 und eine EM 1000-FM Funk-Messstelle Energie gleich 39,95. Neben dem Preisvorteil – für die gleiche Leistung, Schalter- und Empfangsinfrastruktur mal Außen vor gelassen, zahlt man bei Plugwise »nur« 58% dessen, was die beiden Zwischenstecker von ELV kosteten – darf man den technologischen Vorteil nicht außer Acht lassen: den Schaltzustand kann man bei Plugwise erfragen, bei ELV muß man hoffen …
Bevor dieser Text allerding zu sehr nach einem Verkaufstext für Plugwise zu riechen beginnt, hier die Wermutstropfen:
- Kein deutscher Vertrieb bisher; deutschsprachige Seiten noch dürftiger als die englischsprachigen.
- Inbetriebnahme des Plugwise-Netzes aus den ganzen »Circle«-Zwischensteckern nur über die proprietäre, nur für MS Windows verfügbare, Plugwise-Software »The Source«.
- Plugwise verlangt in den Lizenzbedingungen zu »Source« offenbar, daß man seinen Stromverbrauch, »anonym«, über die Plugwise-Software »Source«, an Plugwise übermlttelt. Das finde ich für ein Stück Kaufsoftware, die faktisch ein Dongle für die gekaufte Hardware ist, schon ein reichlich starkes Stück. (Ohne diese Einwilligung zur Datenübermittlung schließt Plugwise den Kunden bockig von weiteren Softwareupdates aus, bis er sich wieder besonnen habe … Und das bei einer niederländischen Software, be-merk-ens-wert.)
- Das Protokoll der Plugs untereinander und mit dem USB-Stick ist proprietär; das ansich ist nichts schlimmes, zumal die Ansteurung des USB-Sticks teilweise (soweit, daß man schalten und messen kann) rausgefunden wurde.
Allerdings hat es den Anschein, daß Plugwise als Hersteller des Protokolls anderen Nutzern Steinen in den Weg legen will; auch gab es bislang offensichtlich keinerlei Zugehen seitens Plugwise auf die (Linux-) OpenSource-Heimautomatisation-Community. - Zwar sind die Plugs deutlich größer als die digitalSTROM-Lüsterklemmen, haben aber gegenüber jenem hypothetischen System den Vorteil, daß sie am Markt erhältlich sein; Weiterentwicklungen wie »The Stealth« (€ 41,46 lt. Preisliste, also deutlich teurer noch als der einfache Plug, obwohl von der technischen Basis) scheinen aufgrund fehlender Zertifizierung nur in »Projekten« in Zusammenarbeit mit Elektrikern verfügbar zu sein. Dabei würde ich schon gerne die Deckenlampe messen und schalten können …
Tuesday, January 19, 2010, 00:11
Hallo,Ich war am ersten Anfang sehr positiv über das Plugwise Product. Aber wenn ich erfuhr das mein Stromverbrauch nicht nur für mich zu sehen war aber auch nach einer Plugwise server geschickt wurden, hat mir das sehr geärgert. Man konnte das nur mit einer Firewall verhindern! Mein ärger war so gros das ich ein paar Niederländische Zeitungen informiert habe über diesen "sneaky" verhalten von Plugwise und man hat darüber auch publiziert. Das einzige das Plugwise (unter druck) hat geändert, ist ausschließen von Updates und Garantie wenn man seine verbrauchsdaten nicht uploaden lasst.
Absolut inakzeptabel. Meiner und mehrere Plugwise user werden in den nachsten Monaten den ELV-Produkte ausprobieren und wenn das eine gute alternative ist für Plugwise, denn wird es "Plugwise exit" für mich…
Siehe auch http://blog.hekkers.net/tag/plugwise/ , ein Mix von Englischen und Niederländische Artikel über Plugwise.
Robert.
(und Entschuldigung für mein deutsch)
wusel
Tuesday, January 19, 2010, 01:30
Ich war am ersten Anfang sehr positiv über das Plugwise Product. Aber wenn ich erfuhr das mein Stromverbrauch nicht nur für mich zu sehen war aber auch nach einer Plugwise server geschickt wurden, hat mir das sehr geärgert. Man konnte das nur mit einer Firewall verhindern! Mein ärger war so gros das ich ein paar Niederländische Zeitungen informiert habe über diesen "sneaky" verhalten von Plugwise und man hat darüber auch publiziert. Das einzige das Plugwise (unter druck) hat geändert, ist ausschließen von Updates und Garantie wenn man seine verbrauchsdaten nicht uploaden lasst.
Ah, das ist ja spannend; gut, also nach deutschem Recht (und es sollte mich wundern, wenn das in NL groß anders wäre?) ist diese Bedingung nicht haltbar; auf die »Pflicht«, seinen Verbrauch an Plugwise zu melden (angeblich anonym, klar …), wird man erst bei der Installation von The Source, Plugwise' Auswertungs- und Initialisierungsprogramm hingewiesen. Hardware-Gewährleistung von einer kruden Software-Lizenz abhängig zu machen dürfte nicht wirklich funktionieren auf dem europäischen Festland; aber: IANAL.
Für mich ist dieses Windows-Tool aber auch Nebensache; ich brauch's offensichtlich noch, um das Plugwise-Netz in Gang zu bekommen, dafür kann ich auch keine Daten senden und dafür keine Updates bekommen ;) Ich möchte Plugwise in FHEM integrieren, und nachdem Maarten mir auf die Sprünge geholfen hat, ist das Ziel auch greifbarer:
plug-2:~/POL# echo "`date` `python pol.py -p /dev/ttyUSB1 -w 000D6F00004BXXXX` `python pol.py -p /dev/ttyUSB1 -w 000D6F000059XXXX`"
Tue Jan 19 01:01:56 CET 2010 15.0084462657 12.8741645377
Absolut inakzeptabel. Meiner und mehrere Plugwise user werden in den nachsten Monaten den ELV-Produkte ausprobieren und wenn das eine gute alternative ist für Plugwise, denn wird es "Plugwise exit" für mich…
Hey, ich nehme gerne Plugwise-Plugs günstig ab ;) Es kommt sicher drauf an, was man möchte und welche Ansprüche man hat. FS20 ist streng uni-direktional: Ein Schalter ist ein Empfänger, ob er das Signal erhalten hat oder in welchem Zustand er grade jetzt ist … bekommt man nur durch hingehen und gucken raus. Mir ist das zu »unsicher« und insbesondere zu unkomfortabel. Und billig sind die FS20-Komponenten auch nicht grade. Wie geschrieben, ein FS20-Schalter kann auch nur schalten, nicht Stromverbrauch dabei messen. Das kann gar kein FS20-Gerät, dazu gibt's von ELV & Conrad die EM- bzw. Enegry Control 3000-Geräte. Die ELV-Funkheimzentrale (FHZ) kann wiederum EM-Signale nicht empfangen, dazu gibt's eine separate Station mit Display & USB-Anschluß (oder man nimmt, wie auch ich, die busware.de -CULs, die kennen die gängigen ELV-Protokolle (FS20, HMS, EM, …) und diese können darüber z. B. von FHEM ausgewertet werden.
Für die Funktionalität von Plugwise brauchte man also zwei Zwischenstecker (unten EM, oben FS20) --- was nicht nur deutlich teurer als ein Circle kommt sondern auch wirklich krank aussieht ;) (Davon, daß das kaum irgendwo hinterm Schrank versteckt werden kann wg. der Klobigkeit mal ganz abgesehen.) Ach, und wie gesagt: es gehen genau 4 EM-Zwischenstecker (und 4 Sensoren für Stromzähler und 4 Sensoren für Gaszähler — keine Ahnung, was die da in Leer (Firmensitz) geraucht haben beim Design des Protokolls und der Geräte), ein EM-Zwischenstecker hat eine ID von 5, 6, 7 oder 8. Mehr als 4 Verbraucher kannst Du also pro Funkreichweite nicht messen; und falls Dein Nachbar im Mehrfamilienhaus auch aif das ELV-System setzt, wird es »lustig« :( (FS20 ist da viel robuster, es gibt viel mehr IDs, um Falschadressierung oder -auslesung auszuschließen.)
Nicht falsch verstehen, FS20 ist ein tolles System, man kann damit viele lustige Dinge machen mit den Komponenten, die es gibt; nur verläßlich und überprüfbar schalten, genau da sgeht leider nicht wegen fehlendem Rückkanal :(
(und Entschuldigung für mein deutsch)
Oh, Ihr (Dein?) deutsch ist um Längen besser als mein niederländisch (lesen geht grade so), keine Sorge ;) Englisch wäre aber auch ok, wenn leicher ;)
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